Digital Geography

20. Oktober 2014

Crowdfunding für bessere Code Qualität in QGIS

QGIS ist eine absolut großartige GIS Software. Ob für die Lehre oder im professionellen Bereich, QGIS erobert immer mehr Rechner und jeder kann es kostenfrei nutzen und weitergeben. Die Entwicklung geht schnell voran und immer neue Features werden eingebaut, die das tägliche Arbeiten erleichtern. Immer wieder stößt man aber auf kleine oder große Fehler in der Software, die vermeidbar sind. Um die Situation zu verbessern und den Entwicklern  die Möglichkeit zu geben, Fehler zu finden, bevor sie auftreten, hat jetzt einer der QGIS Entwickler ein Crowdfunding gestartet.Das Stichwort heißt Testing. In der professionellen Softwareentwicklung ist es üblich, Tests zu benutzen, die nach jeder Änderung im Quellcode überprüfen, ob die Software dann auch noch so funktioniert, wie sie soll. Denn nicht immer kann man als Entwickler vorhersehen, was eine kleine Änderung für folgen haben wird. Da QGIS GitHub für die Versionsverwaltung des Quellcodes benutzt, findet man die Tests auch dort.

Damit ein Entwickler nicht immer die Tests manuell ausführen muss, nachdem er Änderungen gemacht hat, gibt es sogenannte „Continouus Integration“ Plattformen wie zum Beispiel Travis CI. Diese sorgen dafür, dass neuer Code, den ein Entwickler auf GitHub bereitstellt, anhand der Tests überprüft wird. Sollte sich durch die Änderung ein Fehler einschleichen, wird an prominenter Stelle darauf aufmerksam gemacht und man weiß sofort, was den Fehler ausgelöst hat.

Nun gibt es da aber ein Problem für die QGIS Entwickler: Die vorhandenen Test decken nicht alle Funktionen von QGIS ab und nicht alle Entwickler haben bisher ihre Änderungen getestet, so dass bei einer Einführung von Continuous Integration nicht klar wäre, woher die Fehler alle kommen. Daher will sich nun Matthias Kuhn damit beschäftigen, neue Tests für QGIS zu schreiben und alte Fehler, die zu fehlschlagenden Tests führen, auszumerzen. Das würde einen Quantensprung für die Entwicklung von QGIS bedeuten und Fehler der Anwendung früher aufdecken, so dass sie gar nicht erst beim Nutzer landen. Matthias Kuhn ist kein unbekannter in der QGIS Szene, er gehört zu den Top Contributors und weiß, wovon er spricht. Er will nun Geld sammeln, um die Einführung von Continuous Integration voranzutreiben und die Tests darauf vorbereiten. Auf seinem Blog-Eintrag findet ihr mehr Infos dazu. Wer also ein Interesse daran hat, dass QGIS in Zukunft noch besser wird, der sollte mal über eine Beteiligung nachdenken.