Digital Geography

27. Dezember 2017

Von der Uni in den GeoJob: Wirtschaft, Verwaltung, Forschung – Was passt zu mir?

Zum Ende des Studiums stellt sich jedem Geo-Absolventen die Frage, wie es mit der persönlichen Geokarriere weitergeht. Wie synchronisiert man die eigenen fachlichen Interessen mit dem Arbeitsalltag in Wirtschaft, Forschung oder Politik? Welche Branche passt überhaupt zu mir? Möchte ich international oder lokal tätig sein?
Um Dir den Einstieg in die Geobranche zu erleichtern, stelle ich Dir hier eine Gedankensammlung vor, die nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen bei einer ersten Orientierung helfen kann.

Orientierung: Was kann ich überhaupt mit meinem Geo-Studienabschluss machen?

Das Studium der Erdwissenschaften ist ziemlich nah am elitären Universitäts-Gedanken. Die Sachverhalte sind stark auf einen wissenschaftlichen Einsatz ausgerichtet und bringen keine klare berufliche Orientierung mit sich. Heutzutage gibt es nur selten Stellenbezeichnungen, die einen Geografen, Geologen usw. im Titel tragen. Anders als im Lehramt, dem Medizinstudium oder den Rechtswissenschaften ist unser Weg weniger eng vorgegeben, was ich als große Chance begreife.
Der berufliche Einstieg ist dadurch zwar etwas schwieriger, die Möglichkeiten als Geo-Absolvent in spannenden Branchen Querschnittsthemen zu übernehmen jedoch umso vielfältiger. Der Schlüssel zu vielen Stellen ist Deine EDV- und Medienkompetenz in Kombination mit Datenmodell und GIS-Verständnis. Wer es versteht, Erdsysteme in einfacheren Modellen herunterzubrechen oder Erklärungen für komplexe Zusammenhänge zu finden, den kann im Arbeitsalltag inhaltlich nur noch wenig schocken. Eine größere Umstellung ist es, die neuen Rahmenbedingungen des Daily Business zu durchdringen, die in den Kategorien Wirtschaft, Verwaltung und Forschung teilweise unterschiedlich sind.

Was will ich, was nicht?!

Beginne zuerst mit einem Brainstorming, was Du auf keinen Fall in Deinem Arbeitsalltag machen möchtest. Wenn Du diese Liste zusammengestellt hast, schreibe Deine Lieblingsthemen auf. Dieses Brainstorming ist die Grundlage, um die folgenden Ausführungen direkt mit Deinen Vorstellungen abzugleichen

GeoJob-Stellenkategorien

Generell kann man Stellen in drei Kategorien unterscheiden: Wirtschaft, Verwaltung und Forschung. Zwar ist jeder GeoJob immer eine Mischung aus allen drei Kategorien, trotzdem unterscheiden sich die Denkmuster erheblich voneinander. Sicher kennst Du die Klischees, die den Branchen anhängen – nach ein paar Berufsjahren kann ich bestätigen, dass einige davon auch tatsächlich zutreffend sind – andere haben sich noch nicht gezeigt.

GeoJob in der Wirtschaft

In der Wirtschaft geht es um Zielerreichung. Egal ob eine Stelle eher operativ oder konzeptionell ausgerichtet ist, am Ende zählt die Wirtschaftlichkeit einer Abteilung. Geplante Umsätze und Gewinne müssen erreicht werden, Hierarchien sind in großen Unternehmen starer als in kleinen Unternehmen und man lebt in einer Markt- bzw. Konkurrenzsituation, die bestimmte Managemententscheidungen erforderlich machen, die einen direkt oder indirekt in seinem täglichen Arbeitsleben beeinflussen. Da Unternehmen heutzutage in einem internationalen Wettbewerb stehen und disruptive Kräfte an bestehenden Marktkonstellationen rütteln sind Innovationen gefragt. Wenn Du also ein lebendiger Geist bist und gute Ideen an der richtigen Stelle zum geeigneten Zeitpunkt einbringst, ergeben sich immer wieder Möglichkeiten um positiv aufzufallen um Deine Karriere zu befördern. Gerade die zahlreichen EDV-Methoden und Dein räumliches Denken, das Du als Geowissenschaftler entwickelt hast, sind in Zeiten von BigData in jeder Abteilung sehr gefragt.

GeoJob in der Verwaltung

Das Ziel der Verwaltung ist es, politische Ziele in Form von Gesetzen und Verordnungen umzusetzen. Je nach Ebene (Bund, Land, Kommune) sind die Themen eher konzeptionell oder pragmatisch/operativ. Mit der Digitalisierung stehen massive Änderungsprozesse in der Verwaltung an, die Platz für methodisch und digital-denkende Geo-Absolventen machen. In Zeiten von Big- und OpenData, SmartCity, SmartRegions und mehr muss alles in maschinenlesbare Datenformate passen. Da fast alle Verwaltungsobjekte einen Standort haben, zahlt sich ein GIS/Geo-Hintergrund nicht nur als Stadtplaner aus, sondern hilft in allen Ämtern, Anforderungen umzusetzen. Ein zweiter Schwerpunkt in Deutschland ist die Rohstoffgeologie, einige Landesämter und das BGR sind immer wieder auf der Suche nach Geowissenschaftlern mit Spezialausbildungen.

GeoJob in der Forschung

Forschung ist das dritte große Betätigungsfeld von Geo-Absolventen. Grundsätzlich zu klären ist hierbei die Frage, ob man in Deutschland oder auch international forschen möchte. Sind in Deutschland Projekte vor allem von diversen Drittmittelgebern finanziert (DFG etc.) hat international auch eine start privat- bzw. mischfinanzierte Forschung etabliert. Einmal in einem Projekt eingestiegen kämpft man oft gegen die Projektlaufzeit und tut gut daran, permanent Anschlussprojekte zu akquirieren. Je nach Größe des Forschungsvorhaben sind die Rollen klar verteilt – es ergeben sich qua Qualifikation und Erfahrung wirtschafts-ähnliche Hierarchien, in denen Projektmanagement und Ressourcenplanung betrieben wird. Erkenntnisse, die im Rahmen der Projekte gewonnen werden, können oftmals gleich oder in wenigen Jahren zu wichtigen Inhalten in Wirtschaft und Verwaltung werden, ein Branchenwechsel ist dann als Experte leicht möglich.

Den richtigen GeoJob finden

Nachdem wir nun die Hauptkategorien der Anstellungsmöglichkeiten aufgezählt und kurz beschrieben haben, geht die Suche nach dem passenden GeoJob los. Heute dient das Internet als einfaches Suchumfeld, aber auch Vitamin B ist nicht zu unterschätzen. In einem anderen Artikel “5 Wege zum perfekten GeoJob” habe ich einige Quellen hierzu genannt. Unser Blog, Digital-Geography.com, hat eine eigene GeoJob-Seite inkl. interaktiver GeoJob-Map und GeoJobber-Newsletter aufgebaut, um euch hier bestmöglich zu unterstützen.

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