Digital Geography

17. Juli 2013

Häufigstes GIS bei deutschen Studenten?

Wir haben in der von uns sehr frequentierte Facebook Gruppe „Geowissenschaftler/Geoscientists“ die einfache Frage gestellt: Welches GIS benutzt Ihr am meisten, wenn Ihr ein GIS benutzt? Ich gebe zu, die Frage ist sehr vereinfacht und wenig geeignet um ein statistisch klares Signal zu geben, aber mich haben vor allem die Kommentare interessiert.



Aber kommen wir zuerst zu den nackten Zahlen. In der Gruppe gibt es insgesamt 4700 Mitglieder und nach einer Umfragedauer von 3 Tagen haben wir bis jetzt 162 Antworten erhalten (3,4%):

Welches GIS ist das meist genutzte?

Wir können also den Trend am Markt wiederfinden, dass ArcGIS von ESRI tatsächlich die Vormachtstellung innehat. Zunehmend und vor allem im mittelständischen Unternehmensbereich sehen wir bei unseren Jobangeboten den Ruf nach Kenntnissen von QGIS. Was mich persönlich wundert ist das Fehlen von Smallworld, Manifold und Intergraph:

GIS market share 2009

GIS market share 2009

Diese werden ebenfalls nicht selten von Arbeitgebern angefragt, scheinen sich aber an den Hochschulen nicht etabliert zu haben.
Werfen wir einen Blick zu den Kommentaren. Sie zielten auf die Abdeckung von ESRI ab: es wird im Studium gelehrt und am Arbeitsmarkt gefragt, für Studenten im Regelfall kostenlos. Einige der Kommentatoren zielten aber genau darauf ab und sagten aus, dass dies mehr Not als Kür sei und sie die Arbeit mit QGIS bevorzugen würden. Das sehen anscheinend auch die Universitäten in einem gewissen Maße so: Einige Institute stellen teilweise bereits auf Open Source (QGIS/R) um. Das spart Kosten bei den Studenten und den Hochschulen. Die Eckpfeiler eines GIS lassen sich somit aber immer noch akademisch vermitteln: Was sind Raster und Punktdaten, was ist eine Raumverortung und wie macht man gute Kartographie.
Insgesamt finde ich es spannend, den Open Source Markt weiter zu betrachten und die kleinen Triebe an den Hochschulen wachsen zu sehen.