Digital Geography

13. Mai 2012

No tags

Augmented Reality in der Geomorphologie

Vor kurzer Zeit bin ich bei Youtube auf zwei sehr spannende Videos gestoßen. Gezeigt werden Sandkästen, die von einem Projektor und einer Kinect-Kamera erfasst werden. Auf den Flächen fängt nun jemand an, mit einer Schippe die Oberflächengestalt zu verändern. Die Kamera erfasst dabei die Veränderungen und berechnet für die Formen in Echtzeit neue Höhenwerte. Diese berechneten Werte werden dann vom Projektor wieder auf die Sandoberfläche übertragen und fertig ist eine abgefahrene realtime-Höhenkarte in quasi 3D. Schaut es euch an!



Mich erinnert diese Umsetzung an meine Sedimentologieseminare, in denen wir ähnliche Formen modelliert haben und diese dann mit Wasser etc. veränderten. Im Zuge von Augmented Reality (Virtuelle Ergänzungen der Wirklichkeit) eröffnen sich natürlich ganz neue Möglichkeiten. War man vor Jahren noch stolz auf Kartentische, die mit Hilfe von Luftdüsen und komplizierten Fädensystemen Karten auf Grundlage ihrer Höheninformationen darstellten, ist die digitale Revolution nun auch hier angekommen.


Mal abgesehen von dem Spaßfaktor könnte ich mir einige Anwendungen in Wissen- und Wirtschaft vorstellen. Gerade an Unis ließen sich komplizierte Formungsprozesse in der Geomorphologie für Stundenten leicht verständlich erklären. Auch wäre ein solcher „Projektorsandkasten“ interessant, um bestimmte topographische IST-Zustände nachzubilden und z.B. Überflutungsszenarien darzustellen. Weiterhin wären Fragestellungen aus den Bereichen Bergbau (Absenkungsprozesse), oder die Anlage von Deichsystemen etc. sehr spannend zu untersuchen.

Welche interessanten Anwendungen wären noch denkbar?