Digital Geography

16. Mai 2012

QGis Tutorial – Teil 4: Digitalisierung von Karteninhalten (Punkte, Linien und Polygone)

Der vierte Teil eines Tutorials zu essentiellen Arbeiten mit Geographischen Informationssystemen (GIS) unter Verwendung vom openSource Quantum GIS (QGIS). Das Programm könnt ihr euch hier kostenlos herunterladen.

Tutorial 1: Georeferenzierung von Karten mit QGis
Tutorial 2: Erstellung einer topographischen Karte
Tutorial 3: Konvertierung von GPS-Daten (GPX to SHP)
Tutorial 4: Digitalisierung von Karteninhalten (Punkte, Linien und Polygone)
Tutorial 5: Einfache Geländeanalyse von Höhendaten (Raster)
Tutorial 6: Verbinden von Shape-Files mit CSV-Dateien (tablejoin)
Tutorial 7: Einbindung von WMS-Diensten im GIS (WMS, WCS, WFS)
Tutorial 8: OpenStreetMap (OSM) – Import und Export mit QGis
weitere QGIS Fachliteratur: 10 Bücher zur Weiterbildung in QGIS

Zielstellung

Ziel ist die Objektdigitalisierung von einer Kartengrundlage. Die Features werden nach der Erfassung mit Attributen versehen. Erklärt wird die Erfassung von Punkt-, Linien- und Flächenobjekten

Arbeitsmaterial

Quantum GIS 1.7
Kartengrundlage

Schritte

  1. Einladen der Kartengrundlage
  2. Erstellung einer neuen Shapedatei
  3. Digitalisierung und Vergabe von Attributen



Schritt 1 – Einladen der Kartengrundlage

Du hast dir zum Beispiel eine topographische Karte eingescannt und möchtest bestimmte Objekte als Einzelfeature, für die Darstellung oder anderweitige Auswertung, aus der Karte extrahieren. Zunächst gilt es die Kartengrundlage in Qgis einzuladen. Dafür öffnest du Qgis und schiebst deine Karten in die Layerübersicht auf der linken Seite ( siehe Bild 1).

1. Startansicht nach Einladen der Karte

Nun kann man die Karte georeferenzieren (im Koordinatensystem verorten – siehe QGis Tutorial Nr. 1) oder auch direkt mit der Digitalisierung starten.

Schritt 2 – Erstellen einer neuen Shapedatei

Auf der Testkarte möchte ich Höhenlinie als Linien-Shape, einen Höhenpunkt als Punkt-Shape und ein Untersuchungsgebiet als Polygon-Shape digitalisieren. Jede dieser Formtypen braucht eine eigene Shapefile, die ich nun anlege.

Der Weg: Layer – Neu – Neuer Shapedatei-Layer

Shape-Datei 1 für die Höhenlinie als Linie, Name: Höhenlinien, Typ: Ganzzahl – mit „der Attributliste hinzufügen“ bestätigen

Shape-Datei 2 für die Höhenpunkte als Punkt, Name: Höhenpunkt, Typ: Ganzzahl – mit „der Attributliste hinzufügen“ bestätigen

Shape-Datei 3 für das Untersuchungsgebiet als Polygon, Name: UG, Typ: Text – mit „der Attributliste hinzufügen“ bestätigen

Nach dem Anlegen, müssen die Dateien jeweils in euer Projektverzeichnis abgespeichert werden. Bild 2 zeigt die angelegten Shapes in der Layerübersicht.

2. Angelegte Shape-Dateien

Schritt 3 – Digitalisierung und Vergabe von Attributen

Jetzt wähle ich das Untersuchungsgebiet-Shape in der Layerübersicht aus und gehe über Rechtsklick auf „in Bearbeitungsmodus umschalten“. Ein kleiner Stift erscheint am Layernamen und zeigt den Bearbeitungsmodus an. Über das Werkzeug „Polygon digitalisieren“ zeichne ich auf der Kartengrundlage die Ausdehnung meines fiktiven Untersuchungsgebiet. Mit Rechtsklick beendet man die Form und kann Attribute dafür vergeben. Ich nenne mein Polygon „Testgebiet“.

3. Attributvergabe

Mein Testgebiet-Polygon liegt nun über meiner Kartengrundlage im GIS.

4. Untersuchungsgebiet über der Kartengrundlage

Mit den angelegten Shape-Dateien (Höhenlinien und Höhenpunkte) gehe ich in gleicher Reihenfolge vor, nur wähle ich für die Linien das Werkzeug „Linie digitalisieren“ und für den Punkt das Tool „Punkt digitalisieren“.

Blendet man die Kartengrundlage nach der Erstellung aller Features aus (siehe Bild 5), sieht man die eben digitalisierten Formen.

5. gezeichnete Formen

In den Attributtabellen (Rechtsklick auf die Layer in der Layerübersicht – Attributtabelle öffnen) stehen die Werte, die ich bei der Digitalisierung eingegeben habe. Bei Höhenlinie z.B. 1500 (die entsprechenden Höhen liest man natürlich auf der Kartengrundlage ab.). Der Höhenpunkt wurde mit einem Wert 2860 versehen. Für jedes Objekt, dass du so digitalisierst, können Attributwerte angeben werden.

Auf den erstellten Shape-Grundlagen können vielfältige Berechnungen, Interpolationen und weitere Aktionen im GIS ausgeführt werden. Hierzu mehr in den nächsten Tutorials.

Mehr Fachliteratur zu QGIS

Mehr Informationen über QGIS und seine Bedienung finden sich in diesen Büchern.